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Asien

Asien

Asien ist der zentrale-südliche und östliche Teil Eurasiens.

Begriff

Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Der vor dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Begriff Fernost wird heute selten verwendet, da er eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt. Das chinesische Zeichen 亞 (Kurzzeichen 亚, Pinyin yà) ist eine klangliche Adaption und bedeutet ursprünglich das Zweite, subordiniert.

Innereurasische Grenze

Aus historischen Gründen werden Europa und Asien in Europa (teilweise nicht jedoch in Asien!) als verschiedene Kontinente betrachtet. Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden u.a. die Grenze von Europa und Asien (siehe Eurasien).

Lage und Küstengliederung

Eurasien Asien liegt mit seiner kontinentalen Landmasse bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien ganz in der östlichen Hemisphäre, nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln (Teile Indonesiens) befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde. Der nördlichste Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40' n. Br., der südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16' n. Br. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4' westl. L., der östlichste Punkt ist auf Kap Deschnjow (an der Nordostspitze von Sibirien) 169° 44' westl. L. Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer einschließlich Schwarzes Meer 5.500 km. Die Küsten verlaufen im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet das Mittelmeer nur teilweise die Landbegrenzung. Mit Afrika verbindet sich Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) und mit Europa bildet die Strecke zwischen dem Karischen Golf und dem Kaspischen Meer eine 2.700 km lange Grenze. Ganz im Osten bildet die Beringstraße mit einer Breite von etwas mehr als 80 km eine Grenze zu Amerika. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels eine Verbindung zu Australien. Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen. Dies sind Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und den Inseln Japans: Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Im Norden ist die sibirischen Küste mehr durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.

Einwohner und Größe

Asien ist mit etwas mehr als 44 Mio. km² der flächenmäßig größte Erdteil, der von mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung (etwa 3,5 Milliarden Menschen) bewohnt wird. In der [http://www.datenbank-asien.de Datenbank Asien] sind Informationen zu vielen Ländern Asiens zu finden.

Geschichte

Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen (auch das Christentum, das Judentum und der Islam) sind in Asien entstanden. Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin). Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan uvm.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.

Politische Einteilung nach Regionen

Nordafrika

Zentralasien


- Afghanistan
- Kasachstan
- Kirgisistan
- Mongolei
- Tadschikistan
- Turkmenistan
- Usbekistan siehe auch: Turkstaaten

Nordasien


- Russland (Sibirien)

Ostasien


- Volksrepublik China
  - Hongkong (Sonderverwaltungszone)
  - Macao (Sonderverwaltungszone)
- Japan
- Korea
  - Nordkorea
  - Südkorea
- Taiwan (Republik China)

Südostasien


- Brunei
- Indonesien
- Kambodscha
- Laos
- Malaysia
- Myanmar (früher Burma)
- Philippinen
- Singapur
- Thailand (früher Siam)
- Timor-Leste
- Vietnam :Siehe auch: Tigerstaaten

Südasien


- Bangladesch
- Bhutan
- Indien
- Malediven
- Nepal
- Pakistan
- Sri Lanka (früher Ceylon)

Vorderasien


- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern

Regionale Organisationen


- ASEAN
- ASEM
- ADB - Asia Development Bank
- AHRC - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]

Siehe auch


- Portal Asien
- Kleinasien
- Naher Osten
- Liste asiatischer TV-Programme in Europa

Weblinks


- [http://www.inasien.de Magazin „in Asien!“]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de Kultur in Asien: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte (von Dr. Bernhard Peter)] (ein breit angelegtes Informationsforum über verschiedene asiatische Länder, das Essays, Photogalerien und Reiseberichte vereint)
- [http://www.zmag.org/asiawatch/asiawatch.cfm ZNet's Resource on Asia (engl.)]
- [http://www.weltkarten-landkarten.de/landkarten/asien/d_default.asp Umfangreiche Landkartensammlung von Asien]
- [http://www.askasia.org/ a resource of the Asia Society (engl.)]
! Kategorie:Kontinent ja:アジア ko:아시아 ms:Asia simple:Asia th:ทวีปเอเชีย zh-min-nan:A-chiu

Eurasien

Eurasien ist ein zusammenfassender Begriff für Europa und Asien. Mit diesem Begriff wird der Tatsache Rechnung getragen, dass Europa und Asien eigentlich Teile einer zusammenhängenden Landmasse sind. Im engeren Sinne bezeichnet „Eurasien“ den vor- und frühgeschichtlichen Kulturraum der eurasischen Steppe, der vom Altai über Kasachstan, Südrussland und die Ukraine bis an die Donau reicht. Das ungarische Tiefland (Puszta) ist eine Exklave der eurasischen Steppenlandschaft.

Innereurasische Grenze

Grenzverlauf

Zwischen Europa und Asien gibt es keine eigentliche geographische, geologische oder plattentektonische Grenze. Die eurasische Landmasse ruht zwar auf vier großen und mehreren kleinen tektonischen Platten, aber der Teil Eurasiens, an dem man eine Grenze zwischen Europa und Asien ziehen könnte, besteht nur aus der großen eurasischen Platte. Europa und Asien bilden zusammen den „Kontinent“, die zusammenhängende Landmasse, Eurasien. Die Bezeichnung Europas als Kontinent ist historisch-kulturell bedingt und geht auf die Weltsicht der „eurozentrierten“ Antike zurück. In Asien (z. B. an den japanischen Schulen) wird üblicherweise Europa nicht als eigener Kontinent angesehen. Hier sind die fünf Kontinente der Erde Eurasien, Afrika, Amerika, Australien und Antarktika (nicht Antarktis, denn dieser Begriff kennzeichnet als Gegenstück zur Arktis, der Nordpolarregion, die gesamte Südpolarregion). In Ermangelung einer tatsächlichen geo-physikalischen Grenze ist jede Grenzziehung zwischen Europa und Asien eine Frage der Konvention. Tatsächlich gibt es keine allgemein anerkannte und unumstrittene Definition dieser Grenze. Vielmehr folgte die Grenzfestlegung, die keine völkerrechtliche oder praktische Bedeutung hat, wechselnden historischen und weltanschaulichen Kriterien und war daher im Lauf der Zeit immer wieder Änderungen unterworfen. Zurzeit wird als „Grenze“ zwischen Europa und Asien angesehen: das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, das Schwarze Meer und weiter der Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen. Insbesondere im Bereich zwischen Kaspischem Meer und Schwarzem Meer gibt es keine einheitliche Festlegung. So wird von Einigen die etwa 300 km nördlich vom Kaukasusgebirge gelegene Manytsch-Niederung als Grenze zwischen den Erdteilen betrachtet, Anderen zufolge wird der Grenzverlauf hingegen durch den Kaukasus selbst, und hier speziell durch die Wasserscheide zwischen der Nordflanke und der Südflanke, bestimmt. Je nachdem, welcher Festlegung gefolgt wird, liegt der Elbrus, der höchste Berg des Kaukasus, im ersten Fall im asiatischen Teil, im letzteren Fall im europäischen Teil, und wäre somit als höchster Berg Europas zu bezeichnen.

Geschichte des Grenzverlaufs

Für die Innereurasische Grenze gibt es eigentlich geographisch gesehen kein eindeutiges Merkmal. Ursprünglich jedoch galt bei den antiken Griechen (vgl. Herodot) Bosporus und Kaukasus als Grenze Europas, zur Zeit der Völkerwanderung und im Mittelalter waren es Bosporus und der Fluss Tanais (Don), die Europa von Asien trennten (vgl. z. B. Jordanes oder Snorri Sturluson). Die letzte offiziell anerkannte Grenze ist die von Philip Johan von Strahlenberg aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts; sie verläuft durch die Manytschniederung nördlich des Kaukasus. Über die genaue Grenzziehung im Gebiet zwischen Don und Kaukasus hatte zuvor über Jahrhunderte ein Disput bestanden. Nachdem Strahlenberg vom russischen Zaren mit der Vermessung beauftragt wurde, wurde seine Grenzfestlegung im Jahr 1730 vom Zarenhaus anerkannt und von der Wissenschaft übernommen. Des Weiteren hatte es sich seit der Neuzeit auf Grund unterschiedlicher geografischer, geschichtlicher und gesellschaftlicher Überlegungen eingebürgert, den Ural als östlichste Grenze Europas zu Asien anzusehen.

Siehe auch


- Eurabien
- Panrussismus

Weblinks


- [http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/europa/europa_mount-elbrus.htm Elbrus - Der höchste Berg Europas?] Kategorie:Geologie Kategorie:Kontinent als:Eurasien ja:ユーラシア大陸 ko:유라시아 simple:Eurasia th:ทวีปยูเรเชีย


Europa

Europa ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet, obwohl es eigentlich ein Subkontinent ist. Insgesamt hat Europa eine Fläche von 8,327 Millionen Quadratkilometern, was Europa nach Australien zum zweitkleinsten Kontinent macht. Dennoch besitzt Europa mit rund 730 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Die Ausdehnung erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen bis zum Ural im Osten. Ural

Geographie

Europa hat eine Fläche von 8,327.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Der nördlichste Punkt des Kontinents liegt bei ca. 71,2° n. Br. in Knivskjelodden, Norwegen, der südlichste Punkt in Tarifa im Süden Spaniens. Damit beträgt die Nord-Süd Ausdehnung ca. 3.800 Kilometer. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was ca. 6.000 Kilometer West-Ost Ausdehnung bedeutet. Insgesamt ist Europa stark zergliedert. Es beinhaltet einige größere Halbinseln, wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie Bretagne und Jütland. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln, die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sardinien und Sizilien. Sizilien Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean. Der höchste Punkt des Kontinents liegt je nach Definition der "Grenzen" Europas entweder im nördlichen Kaukasus in Russland (Elbrus (5.642 Meter)) oder aber in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Montblanc (4.808 Meter)). Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres. Siehe auch: Mittelpunkt Europas

Innereurasische Grenze

Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung nördlich des Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden unter anderem die Grenze zwischen Europa und Asien. Siehe auch: Innereurasische Grenze

Untergliederung


- Nordeuropa
  - Nordwesteuropa
  - Nordosteuropa
- Mitteleuropa
  - Ostmitteleuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
  - Südosteuropa
- Westeuropa

Flüsse

Westeuropa Die längsten Flüsse Europas (über 1.000 km) sind: #Wolga (3.531 km) #Donau (2.850 km) #Ural (2.428 km) (an der "innereurasischen" Grenze) #Dnjepr (2.200 km) #Don (1.870 km) #Petschora (1.809 km) #Kama (1.805 km) #Oka (1.500 km) #Belaja (1.430 km) #Dnjestr (1.352 km) #Rhein (1.320 km) #Wjatka (1.314 km) #Elbe (1.165 km) #Desna (1.130 km) #Weichsel (1.047 km) #Düna (1.020 km) #Loire (1.020 km) #Choper (1.010 km) #Tajo (1.007 km) Siehe auch: Liste europäischer Flüsse, Die längsten Flüsse der Erde

Berge

Die höchsten Berge in Europa sind: #Elbrus (5.642 m), Russland, Kaukasus (umstritten, weil innereurasische Grenze unterschiedlich festgelegt ist) #Dykh Tau (5.203 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Rustaveli (5.201 m), Georgien, Kaukasus (umstritten) #Koshtan Tau (5.150 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Pushkin (5.100 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shkhara (5.068 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Kazbek (5.047 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten) #Mizhirgi (5.025 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Katyn (4.974 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Shota Rustaveli (4.960 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Borovikovs topp (4.888 m), Russland, Kaukasus (umstritten) #Mont Blanc (4.808 m; mit Eiskappe), Grenze Frankreich-Italien, Alpen #Dufourspitze (4.634 m; Monte-Rosa-Massiv), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dom (4.545 m), Schweiz, Alpen #Weisshorn (4.505 m), Schweiz, Alpen #Lyskamm (4.480 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Matterhorn (4.478 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Dent Blanche (4.357 m), Schweiz, Alpen #Finsteraarhorn (4.274 m), Schweiz, Alpen #Zinalrothorn (4.221 m), Schweiz, Alpen #Alphubel (4.206 m), Schweiz, Alpen #Rimpfischhorn (4.199 m), Schweiz, Alpen #Aletschhorn (4.192 m), Schweiz, Alpen #Dent d'Hérens (4.171 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Breithorn (4.164 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Jungfrau (4.158 m), Schweiz, Alpen #Mönch (4.107 m), Schweiz, Alpen #Ecrins (4.101 m), Frankreich, Alpen #Schreckhorn (4.078 m), Schweiz, Alpen #Gran Paradiso (4.061 m), Italien, Alpen #Großes Fiescherhorn (4.049 m), Schweiz, Alpen #Piz Bernina (4.049 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Weissmies (4.023 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen #Ortler (3.905), Italien, Alpen Die bekanntesten Vulkane in Europa sind:
- Ätna (italien. Etna) (veränderlich um 3.370-3.400 m), Sizilien, Italien
- Hvannadalshnjúkur (2.119 m, unter dem Vatnajökull), höchster Berg auf Island
- Grímsvötn (1.725 m; unter dem Vatnajökull), Island
- Herðubreið (1.682 m, unter dem Vatnajökull), Island
- Vesuv(io) (ca. 1.200 m), Italien
- Stromboli (ca. 926 m), vulkanische Insel, Italien
- Santorini (Σαντορίνη) (575 m), vulkanische Insel, Griechenland

Klima

Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Neapel beträgt beispielsweise 16 °C, während das auf nahezu gleicher Breite liegende New York 12 °C erreicht. Schwankungen der Temperatur innerhalb eines Jahres sind in den größten Teilen des Erdteils relativ gering. Kühlen Winter stehen milde Sommer gegenüber. Nur in Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichenden Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend. Durch die Erdrotation und der damit verbundenen ablenkenden Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost-und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfällt. Hochgebirge können die Niederschlagsmenge ebenfalls stark beeinflussen. So ist der mittlere Jahresniederschlag nördlich der Alpen deutlich geringer als südlich. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere, durch den es nur wenige Regenfronten schaffen durchzudringen. In Gebieten nahe des Mittelmeers herrscht überwiegend mediterranes Klima, das heißt trockene und heiße Sommer, während es im Winter mild und feucht ist. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufigen Niederschlag mit. Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag.

Bevölkerung

Europa hat mit ca. 730 Millionen Einwohnern nach Asien und Afrika die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente und gehört zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 66/km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Norden und Osten stark abnimmt.

Sprachen

Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen, sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen. Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar. Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend im Menschen im äußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen. Hierzu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch, Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland. Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine altaische Sprache Amts- und Titularsprache. Andere Turksprachen sind als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa verbreitet, so etwa das Gagausische und das Tatarische. Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch eine Sprache des mongolischen Zweigs der Altaisprachen in Europa gesprochen. Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen Amtssprache. Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt. Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind. Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Weißrussland, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Teilen Montenegros) und dem griechischen Alphabet. Siehe auch: Liste von Sprachen in Europa, Minderheitensprachen in der Europäischen Union, Amtssprachen der Europäischen Union

Religionen

Ca. 75% der Europäer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox). 7 % sind Muslime (vor allem in Südosteuropa sowie Einwanderer aus islamischen Ländern in England, Frankreich, Deutschland, Italien), außerdem gibt es Juden sowie eine größere Zahl von in jüngerer Zeit aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommener oder neu entstandenener Religionen. Ca. 18 % der Europäer sind konfessionslos, besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern im Osten, zum Teil aber auch in Deutschland. Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, wurde aber im Zuge der "Reconquista" vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Europäer verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile Südostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend säkularisiert.

Städte und Metropolen

Ozeanien Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19. Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an. Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist die in Deutschland übliche Abgrenzung anhand der Gemeindegrenzen, da andere Staaten dies in ihren Statistiken nicht tun (z.B. USA, Frankreich, Australien, Großbritannien). Daher fehlen in der unteren Auflistung der Metropolen polyzentrische Stadtregionen wie Rhein-Ruhr und Rhein-Main in Deutschland oder das oberschlesische Industriegebiet in Polen. Die europäischen Hauptstädte finden sich in der Liste der Hauptstädte der Welt. Entfernungen verschiedener europäischer Städte (Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben):
- Amsterdam (NL) – Warschau (PL), ca. 1.100 km
- Helsinki (FIN) – Rom (I), ca. 2.200 km
- Belgrad (SCG) – Dublin (IRL), ca. 2.150 km
- Edinburgh (GB) – Hamburg (D), ca. 900 km
- Istanbul (TR) – Lissabon (P), ca. 3.200 km
- Sagres (P) – Ust Kara (RUS), ca. 5.580 km
- Wien (A) – Bratislava (SK), ca. 60 km

Kultur und Bildung

In allen Staaten Europas gibt es eine Schulpflicht oder mindestens eine Bildungspflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt vier bis fünf Jahre in den meisten, sieben oder acht Jahre in den wenigsten Ländern. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem sehr renommierte Hochschulen und Universitäten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten. Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele Städte, wie beispielsweise Paris, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele Städte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Europas Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt worden war. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz - oder vielleicht auch wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten. Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen ihre Spuren bis heute. In der späteren Antike vereinigte das Römische Reich erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeeres in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort. Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Im westlichen Europa gab es Auseinandersetzungen zwischen von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas. Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich) koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien. Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur). Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte. Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: pseudo-sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte. Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf. Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane). Siehe auch: Wiege Europas, Alteuropa

Politik

Europäische politische Organisationen

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbei in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören. Wer im politischen Sinne von "Europa" spricht, meint aber meist die Europäische Union (EU) oder ihre Vorläufer: 1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Der Sammelbegriff Europäische Gemeinschaften (für EGKS, Euratom und EWG) wurde im alltäglichen Sprachgebrauch mehr und mehr durch den Singular Europäische Gemeinschaft verdrängt. Mit dem Maastrichter Vertrag wurde schließlich die die alten Gemeinschaften und Kooperationsformen überwölbende Europäische Union gegründet. Ein Großteil der Mitgliedsländer der ebenfalls in den 50er Jahren gegründeten EFTA (European Free Trade Association) ist mittlerweile in die EG/EU übergetreten - die verbliebene EFTA ist ihr über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden. Nach der Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern im Jahre 2004 zählt diese 25 Mitglieder. Siehe auch: Europäisches Parlament, NATO, Europawahl, Politische Architektur Europas

Staaten in Europa

Politische Architektur Europas
- Albanien
- Andorra
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Bulgarien
- Dänemark (einschließlich der autonomen Färöer; das ebenfalls autonome Grönland ist geografisch Teil Nordamerikas)
- Deutschland
- Estland
- Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Ålandinseln)
- Frankreich (mit Ausnahme der überseeischen Territorien in Nord- und Südamerika, Afrika, Ozeanien)
- Griechenland (einschließlich der souveränen Mönchsrepublik Athos)
- Großbritannien und Nordirland (einschließlich der direkt der Krone unterstehenden Insel Man und der Kanalinseln sowie des Überseegebietes Gibraltar)
- Irland
- Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Mazedonien
- Moldawien
- Monaco
- Niederlande
- Norwegen
- Österreich
- Polen
- Portugal (mit Ausnahme des näher an Nordafrika liegenden Madeira und der auf dem mittelatlantischen Rücken liegenden Azoren)
- Rumänien
- Russland (ein Viertel der Landmasse in Europa, dies ist das historische Kernland Russlands mit 75 % seiner Bevölkerung)
- San Marino
- Schweden
- Schweiz
- Serbien und Montenegro (Staatenbund aus Serbien und Montenegro)
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien (mit Ausnahme der spanischen Plazas de soberanía und der Kanarischen Inseln in Nordafrika)
- Tschechien
- Ukraine
- Ungarn
- Vatikanstadt
- Weißrussland Siehe auch: Liste europäischer Nachbarstaaten

Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa


- Kasachstan (nur ein sehr kleiner Teil der Landfläche liegt in Europa, der Rest in Asien; bei Sportveranstaltungen wird Kasachstan gelegentlich Europa zugerechnet)
- Türkei (nur 3% der Fläche liegt geographisch in Europa, der Rest in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird die Türkei Europa zugeordnet (in allen internationalen Sportveranstaltungen, Eurovision Song Contest u.a.); sie ist Mitglied des Europarats und hat eine Zollunion mit der EU, ist Beitrittskandidat der EU und in allen anderen europäischen Gremien vertreten)

Weitere Staaten, die gelegentlich zu Europa gerechnet werden

Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet:
- Armenien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung mit indogermanischer Sprache, Territorium liegt geographisch in Asien, Mitglied des Europarates)
- Aserbaidschan (liegt geographisch in Asien; bei Sportveranstaltungen wird es Europa zugerechnet; Mitglied des Europarates)
- Georgien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung, Territorium liegt geographisch in Asien; Mitglied des Europarates)
- Israel (liegt geographisch in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird Israel oft Europa zugeordnet (Fußball-Europameisterschaft, Eurovision Song Contest).)
- Zypern (Insel im östlichen Mittelmeer, die geographisch zu Asien gezählt wird; geschichtlich eng mit Europa verbunden, seit Mai 2004 Mitglied der EU)

Abhängige Gebiete in Europa


- Åland (autonome Inselgruppe und Provinz vor Finnland)
- Berg Athos (autonome Mönchsrepublik unter Oberhoheit Griechenlands)
- Färöer (autonome Region innerhalb Dänemarks)
- Gibraltar (Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches)
- Isle of Man (untersteht direkt der britischen Krone)
- Oblast Kaliningrad (Teil Russlands, Exklave zwischen Polen und Litauen)
- Kanalinseln (unterstehen direkt der britischen Krone)

Von europäischen Staaten abhängige Gebiete auf anderen Kontinenten


- Alborán, vulkanische spanische Mittelmeerinsel, unbewohnt, unter Naturschutz, zwischen Andalusien und Nordafrika
- Anguilla, eine britische Insel in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Niederländischen Antillen (De Nederlandse Antillen: Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius (Statia), Sint Maarten) gehört zu den Niederlanden, jedoch nicht zur EU, in der Karibik (Mittelamerika)
- Aruba, intern autonomer Landesteil der Niederlande in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Azoren, portugiesische Inselgruppe zwischen Europa und Nordamerika im Atlantik
- Bermuda, britisches Überseegebiet, Inselgruppe östlich North Carolinas im Atlantik
- Britisches Antarktis-Territorium (British Antarctic Territory) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols wird von Großbritannien beansprucht: die Antarktische Halbinsel, die Südlichen Orkneyinseln, die Südlichen Shetlandinseln, einen Festlandsektor bis zum Pol (Antarktis)
- Britische Jungferninseln (the British Virgin Islands) in der Karibik (Mittelamerika)
- Das Britische Territorium im Indischen Ozean (British Indian Ocean Territory) britisches Überseegebiet, die Kronkolonie Tschagos-Archipel (Flottenstützpunkt), sechs weitgehend unbewohnte Atolle im Indischen Ozean
- Ceuta, autonom verwaltete Exklave Spaniens, Nordmarokko, 21 km vor Gibraltar (Nordafrika)
- La Islas Chafarinas, unbewohnter spanischer Archipel, 4 km vor der Küste Ostmarokkos (Nordafrika)
- Clipperton-Insel oder Passionsinsel (Île Clipperton, Île de la Passion) unbewohntes französisches Atoll südwestlich von Mexiko (Pazifik)
- Îles éparses (Les Îles éparses de l'océan Indien) unselbständige und weitgehend unbewohnte zu Frankreich gehörige Inseln und Atolle um Madagaskar und im Indischen Ozean
- Falklandinseln, britisches Überseegebiet, östlich Feuerland im südlichen Atlantik (Südamerika)
- Guadeloupe, Überseedépartement Frankreichs, Inselgruppe in der Karibik (Mittelamerika)
- Französisch-Guayana (Guyane française) Überseedépartement Frankreichs in Südamerika
- Grönland (Grønland) autonomes Gebiet Dänemarks (jedoch nicht Teil der EU) in Nordamerika
- Die Kaimaninseln (Cayman Islands) britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen westlich von Nord-Afrika
- Madeira, autonome Provinz Portugals, Archipel aus mehreren bewohnten und unbewohnten kleinen und der Hauptinsel Madeira ca. 600 km westlich vor Marokkos im Atlantik
- Martinique, Überseedépartement Frankreichs in der Karibik (Mittelamerika)
- Mayotte, französisches Überseeterritorium am Rande der Komoren zwischen Madagaskar und Ostafrika
- Melilla, autonom verwaltete Exklave Spaniens in Ostmarokko (Nordafrika)
- Montserrat, britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Neukaledonien (Nouvelle-Calédonie) französische Überseegemeinschaft mit besonderem Status, Inselgruppe nahe Vanuatu vor der Nordküste Australiens
- Isla Perejil, winzige zwischen Spanien und Marokko umstrittene Felseninsel 200 m vor der Mittelmeerküste Marokkos (Nordafrika)
- Pitcairninseln (Pitcairn Islands Group) britische Kronkolonie, weit verteilt und isoliert gelegene Gruppe von vier Inseln, davon eine bewohnt, im südöstlichen Pazifik
- Französisch-Polynesien (Polynésie Française) französisches Überseedépartement (Südlicher Pazifik)
- Réunion (La Île de la Réunion) gehört zu Frankreich, liegt im Indischen Ozean östlich vor Madagaskar
- St. Helena (the Crown Colony of Saint Helena and Dependencies) britische Kronkolonie, relativ zentral zwischen Afrika (Angola) und Südamerika im Südatlantik gelegen
- Saint-Martin (Sint Maarten) karibische Insel mit einem französischen Teil (Saint-Martin) und einen niederländischen Teil (Sint Maarten) (Mittelamerika)
- St. Pierre und Miquelon, mehrere kleine unselbständige französische Inseln östlich vom kanadischen Neufundland (Nordamerika)
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, britisches Überseegebiet, meist unbewohnte Inselgruppe im Südatlantik
- Französische Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols und einige Inseln und Inselgruppen im Indischen Ozean südöstlich von Afrika
- Turks- und Caicosinseln, britisches Überseegebiet, Gruppe aus acht Inseln am westlichen Rande der Karibik zum Atlantik
- Peñón de Vélez de la Gomera, spanische Halbinsel an der marokkanischen Mittelmeerküste (Nordafrika)
- Wallis und Futuna (Territoire des Iles Wallis et Futuna) französisches Überseeterritorium nordöstlich von Fidschi (Südlicher Pazifik)

Wirtschaft

Im 19. Jahrhundert war Europa durch die in England beginnende und auf den ganzen Kontinent übergreifende Industrielle Revolution konkurrenzlos die führende Wirtschaftskraft. Später brachten verschiedene internationale Einrichtungen und Organisationen, wie die EFTA (Europäische Freihandelszone) und die Europäische Union einen Wachstumsschub, der in vielen Teilen Europas bis in die 70er und teilweise in die 80er anhielt. Die Versorgung der Bevölkerung Europas konnte durch die Verringerung von Handelsbeschränkungen ebenfalls weiter ausgebaut werden. Seit dem 1. Januar 1999, gilt in 12 Staaten der EU der Maastricht-Vertrag, mit dem alle 12 Länder eine Währungsunion bilden und somit ihre jeweiligen Landeswährungen abschafften und den Euro, zunächst noch als bargeldloses Zahlmittel einführten. Heute ist Europa ein wohlhabender Kontinent mit großen Industriemetropolen, gewinnbringender Landwirtschaft und einem boomenden

Ural (Gebirge)

Der Ural (
russisch Урал, Уральский хребет) ist ein 2500 km langes Gebirge, das in nord-südlicher Richtung durch den mittleren Westen Russlands zieht und als Ostgrenze Europas gilt.

Geografie

Europa

Gebirgsverlauf und geografische Koordinaten

Der Ural durchzieht 3 Klimazonen und ist trotz seiner Länge relativ schmal (durchschnittl.etwa 50 km), wenn man ihn mit anderen Mittelgebirgen vergleicht. Er verläuft von der Karasee (östlich der Eismeerinsel Nowaja Semlja) nach Südwesten, biegt nach 500 km in Richtung Süden, erreicht bei Jekaterinburg seine größte Breite und endet zwischen Orenburg und Orsk an der Nordgrenze von Kasachstan. Als südliche Fortsetzung des Uralgebirges kann das Mugodschar-Gebirge, das sich etwas südlich des Uralknies bei Orsk anschließt, betrachtet werden. Die nördliche Hälfte des Ural verläuft etwa parallel zum großen sibirischen Strom des Ob, der sich 100 km vor seiner Mündung in den Ob-Busen des Nordpolarmeer - trotz seiner enormen Wassermassen - dem Uralgebirge bei Labytnangi auf nur 50 km nähert. Die einzelnen Gebirgszüge und ihre geografische Lage (geografische Breite B und Länge L) sind:
- Polarural (Poljarny Ural): B = 69 bis 66°, L = 67 bis 62° östl.
- Subpolar-Ural (Pripoljarny Ural): 66 - 63°, 62 - 59° östl.
- Nördlicher Ural (Severny Ural): 64 - 59°, L ca. 59° östl.
- Mittlerer Ural (Sredni Ural): 60 - 56° Nord, 58 - 61° Ost.
- Südlicher Ural (Juzny Ural): 56 - 52° Nord, 60 - 57° Ost.

Höchste Berge

Im mittleren Norden des Urals liegt der mit 1.895 m höchste Gipfel des Gebirges, die Gora Narodnaja (B = 65°04', L = 60°09'). Nur 150 km südlich des Polarkreises, stellt sie klimatisch bereits Hochgebirge dar. Weitere hohe Gipfel sind unter anderem
- die Gora Ocenyrd (1363m, 68° Breite) und Gora Payer (1500m, 67° Breite)
- Gora Nerojka (1646m, 65°) und Telposiz (1617m, 64°), beide nahe den Quellen der Petschora
- die Gora Denezkin (1492m) und Konzakovski Kamen (1569m) beide auf ~60° Breite, östliches Quellgebiet der Kama
- und im Südural der Gebirgszug der Gora Jamantau (1582 und 1640m, Breite 55° bzw. 54°). Südöstlich speist das nur mehr niedrige Gebirge den Oberlauf der wasserreichen Flüsse Ufa und Ural; ein Quellfluss des letzteren bildet einen großen Stausee mit dem sprechenden Namen Energetik.

Geografischer Großraum des Ural

Das Uralgebirge geht im Osten in das große Tiefland der Zapadno-Sibirskaja nismennost über, die Sibirische Senke. Hoch im Norden berührt der Ural fast die Karasee, 2500 km südlicher das Vorland zum Aralsee und die die kasachische Steppe. Auf der europäischen Seite senkt sich das Gebirge zur Osteuropäische Ebene ab. Es ist Quellgebiet vieler großer Flüsse (neben dem 2400 km langen Ural (Fluss) auch die Ufa, Belaja und Samara, siehe unten. Die Doppel-Insel Nowaja Semlja, die sich nördlich der nordrussischen Küste und der Karastraße sowie nordwestlich der Karasee anschließt, kann als die nördliche Fortsetzung des langestreckten Gebirges angesehen werden.

Im Ural entspringende Flüsse

Die wichtigsten im Ural entspringenden Flüsse sind - zuerst jene in Richtung Europa:
- Im Nordwesten des Ural die zur Petschorasee fließende Usa und 4 Petschora-Nebenflüsse
- im Westen einige Quellflüsse der Kama
- und die nach Südwesten fließende Ufa sowie
- die nach Süd, West, Nord fließende Belaja, die bei Ufa den o.a. Fluss aufnimmt
- im südwestlichen Hügelland des Ural die nach Südwesten zur Wolga fließenden Sakmara (~500 km)
- im Süden die zum Ural fließende Samara (knapp 600 km lang).
- In Richtung Asien entspringen:
  - Im Nordosten einige direkte Nebenflüsse des Ob
  - im östlichen Sumpfgebiet die stark mäandrierenden Severnaja Sosva, Lozva und Sosva (zum Irtysch)
  - im Gebiet von Jekaterinburg 7 Quellflüsse von Tura und Iset (zum Tobol und weiter zum Ob)
- im Südosten und Süden des Uralgebirges der nach Süden fließende Ural (2400 km lang) und 2 Nebenflüsse. Weitere große Flüsse im Umkreis des Ural sind: Emba, Pecora, Tavda, Tobol und Tura.

Innereurasische Grenze

Im allgemeinen geografischen Verständnis bildet das Ural-Gebirge – zusammen mit dem gleichnamigen Fluss – den Grenzverlauf zwischen Europa und Asien. Die "beiden Urale" teilen somit den Großkontinent Eurasien in zwei sehr ungleiche Kontinente (Fläche 10,4 bzw. 43,8 Millionen km²). Zur Trennungslinie dieser ineinander übergehenden Erdteile siehe Innereurasische Grenze.

Geologie und Gebirgsbildung seit 300 Mill.Jahren

Der Ural wurde bereits im mittleren und späten Paläozoikum aufgefaltet. Für sein Alter von 300 bis 250 Millionen Jahre ist das Gebirge noch ungewöhnlich hoch. Die erste Gebirgsbildung setzte in den Erdzeitaltern des Devon und Karbon ein; vorher (im Kambrium, vor etwa 500 Mill. Jahren) erstreckte sich der sogenannte Ural-Ozean zwischen den damaligen Urkontinenten Sibiria (heutiges Nordasien) und Fennosarmatia (Teile des heutigen Nord- und Osteuropa). Die variszische Orogenese erreichte durch die West-Verschiebung von Gondwana einen Höhepunkt und erzeugte die Appalachen und den Ural. Im Perm (290 bis 248 Ma vor heute) vereinigten sich durch Kollisionen der großen Kontinentalplatten alle Kontinente der Erde zu einem einzigen "Urkontinent" Pangäa. Im Uralgebiet betraf dies vor allem Laurussia und Sibiria sowie die Lithosphäre unter dem heutigen Kasachstan. Der neue Superkontinent war vom Urozean Panthalassa umgeben; Mitteleuropa lag damals fast am Äquator und sein Wüstenklima führte zur Bildung mächtiger Salzlagerstätten. Als später die Tethys von Osten her in Pangäa eindrang, kam es vor ~250 Ma zur Extrusion kontinentaler Plateaubasalte in Sibirien, die mit einem Massensterben zusammenhängen dürften. Im Oberperm begann in Europa die Abtragung der variszischen Gebirge und eine weiträumige Meerestransgression (siehe auch Zechsteinmeer und Geologie von Polen. Durch Vorstoß des arktischen Meeres nach Mitteleuropa bestand im Gebiet des späteren Ural eine Ozeanverbindung zur Tethys. Aus ihr faltete sich im Übergang vom Paläo- zum Mesozoikum das Uralgebirge auf. Gleichzeitig entstanden in Südeuropa mächtige Kalksedimente, die heute Teile der Alpen bilden, und auch die lange Geosynklinale der späteren Anden. Diese großtektonischen Vorgänge sind eine wesentliche Ursache für den Erzreichtum des Ural - siehe auch die Artikel Erzgang und Paläozoikum.

Erz-Bergbau und Wirtschaft im Ural

Im mittleren und südlichen Ural werden eine Reihe von Erzen abgebaut, unter anderem Eisen (beachte den Namen Magnitogorsk) und das Edelmetall Platin. Auch Halb- und Edelsteine werden gewonnen. Wie in Mitteleuropa (siehe o.a. Genese und Zechstein) gibt es große Lagerstätten von Salz, und durch das warme Klima während der Gebirgsbildungen auch Kohle, Erdöl und Erdgas. Der Erzreichtum hat ferner zur Entwicklung einiger großer Zentren der Schwerindustrie geführt, wofür beispielsweise die Namen Perm, Jekaterinburg und Magnitogorsk stehen. Allerdings kämpfen sie seit dem Ende der Sowjetunion teilweise mit wirtschaftlichen Problemen.

Städte und große Orte

Größere Städte am / im Ural sind:
- Im Westen (europäische Seite):
  - Norden bis Mitte: Workuta, Inta, Pecora
  - Südwest: Solikamsk, Berezniki, Perm, Zlatoust, Ufa, Salavat
- Auf der Ostseite (Sibirien):
  - Mitte: Serov, Nizni Tagil, Jekaterinburg (bis 1991 Swerdlowsk), Kamensk-Uralsk
  - Südosten: Tscheljabinsk, Miass, Magnitogorsk
- Im Süden: Orenburg und Orsk (beide am Ural).

Literatur und Weblinks


- V.V. Ez, D.J. Gaft, B.I. Kuznezov: Morfologija i uslovija obrazovanija geolomorfnoj skladčatosti na primere: Zilairskogo sinklinerija Južnogo Urala, Published Moskva: Nauka 1965
- [http://www.nano.geo.uni-muenchen.de/kempe/earth_history/earth-history.htm Erdgeschichte und Europa]
- [http://www.geo.uni-potsdam.de/forschung/Geologie/Ural/ural.html Geodynamik der Haupt-Uralstörung - Tektonik der zentralen Kollisionszone im Südural, 1998]
- [http://www.inrussland.net/multimedia.html Filmclip und Fotogallerie mit Impressionen aus dem Ural] Kategorie:Gebirge (Russland) Kategorie:Gebirge in Asien ja:ウラル山脈 ko:우랄 산맥

Kaspisches Meer

Das Kaspische Meer (auch Kaspisee, russisch Каспийское море) ist der größte See der Erde. Er liegt in West-Asien ohne natürliche Verbindung zu den Ozeanen innerhalb der großen Aral-Kaspi-Senke.

Geographie

Der See, der in einer weitläufigen und bis zu 1.023 m tiefen Kryptodepression liegt, befindet sich unter anderem zwischen dem trockenliegenden Teil der großen Kaspischen Senke im Norden, der Kasachensteppe im Nordosten, dem großen Tiefland von Turan im Osten, dem Elburs im Süden und dem Kaukasus im Westen. Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan grenzen an ihn.

Größter See der Erde

Zum Ende der großen Eiszeiten, als die riesigen Eis-Massen der Gletscher abzutauen begannen, füllte sich neben dem Seebecken nicht nur die Kaspische Senke nach und nach mit Wasser. Auch die sich nördlich daran anschließende Manytschniederung versank in den Fluten, so dass das Kaspische Meer in Richtung Westen über diese Niederung mit dem Schwarzen Meer und somit über das Mittelmeer mit dem Ozeanen verbunden war; in Richtung Osten bestand innerhalb der Aral-Kaspi-Senke auch eine Verbindung zum Aralsee. Wie bereits erwähnt, besitzt das Kaspische Meer heutzutage keine natürliche Verbindung zu den Ozeanen; über die Wolga, den Wolga-Don-Kanal und den Don besteht aber eine schiffbare Verbindung zum Asowschen Meer und damit auch zum Schwarzen Meer und Mittelmeer sowie zum Atlantik. Deswegen ist es ein See und trägt die Bezeichnung "Meer" nur aufgrund seiner enormen Größe.

See der Rekorde

Die Fläche des Kaspischen Meeres beträgt 371.000 km², damit ist es die größte von Land umschlossene Wasserfläche der Erde beziehungsweise deren größter See; damit ist es auch größer als Deutschland. Seine Nord-Süd-Ausdehnung beträgt bis zu 1.150 km, seine West-Ost-Ausdehnung umfasst bis zu 450 km (im Mittel 300 km). Während sein großer Nordteil im Mittel nur etwa 6 m tief ist, beträgt seine tiefste Stelle im Süden 995 m; weil seine Wasseroberfläche allerdings 28 m unter NN liegt, befindet sich dieses Tiefenmaximum 1.023 m unter dem Meeresspiegel: Dies ergibt die zweittiefste Kryptodepression der Erde.

Seefläche

Die Wassermassen, die dem See durch die Wolga, den Ural und die Kura zugeführt werden, reichten über Jahrzehnte nicht aus, um seinen Wasserinhalt aufrecht zu erhalten, denn die Wasserentnahme war zu Bewässerungszwecken an seinen wenigen Zuflüssen enorm groß und die Verdunstung, die auf der riesigen Wasserfläche entsteht, lässt seinen Inhalt und damit seine Größe ständig schrumpfen. Daher "schmolz" die Seefläche von Anfang der 1930er Jahre bis in die 1980er Jahre gewaltig; zu Beginn dieses Zeitraums soll diese Fläche noch etwa 420.000 km² groß gewesen sein. Die Kara-Bogas-Bucht, eine ehemals sehr flache, aber große, östliche Ausbuchtung des Kaspischen Meeres wurde an der schmalsten Verbindungsstelle in den 1980er Jahren durch einen Damm abgeriegelt, weil in diesem trockenen, heissen Gebiet die Verdunstung besonders hoch war. Im Jahr 2004 hat die Kara-Bogas-Bucht bereits einen Großteil des Wassers durch Verdunstung verloren. Auf dem ehemalige Seegrund tritt das Salz zutage und wird abgebaut. In den letzten Jahren ist wieder ein Anstieg des Seespiegels zu verzeichnen, der von Wissenschaftlern auch mit verstärkten geologischen Aktivitäten am Boden des Kaspischen Meeres begründet wird.

Salzgehalt (Salinität)

Im Norden, wo die beiden Hauptzuflüsse einmünden, ist der Salzgehalt nur sehr gering; in Richtung Süden, wo es kaum noch nennenswerte Zuflüsse gibt, steigt er ständig an: Das Maximum fand sich mit bis zu 30 % an den Salzlagerstätten in der Kara-Bogas-Bucht (Kara-Bogas-Gol) in Turkmenistan. Im Mittel beträgt der Salzgehalt 1,1-1,3%.

Naturschätze

Unter dem Seeboden befinden sich insbesondere bei Baku sehr große Reserven an Erdöl und Erdgas. Geologen vermuten zwischen 15 und 50 Milliarden Barrel Erdöl auf dem Boden und an den Küsten des Kaspischen Meeres ([http://www.usembassy.it/pdf/other/RS21190.pdf Quelle]). Optimistische Schätzungen lauten auf bis zu 100 Milliarden Barrel. Eine kulinarische Spezialität des Kaspischen Meeres ist der Kaviar, der aus dem Stör gewonnen wird. Außerdem gibt es reichlich Heringe und Karpfen. In der Kara-Bogas-Bucht wird Salz abgebaut.

Innereurasische Grenze

Das Kaspische Meer ist Teil der Grenze von Europa und Asien und zerteilt somit Eurasien in zwei ungleich große Kontinente. Zum Verlauf dieser Grenze der ineinander übergehenden Erdteile siehe unter Innereurasische Grenze.

Zuflüsse

Zu den größten Zuflüssen des Kaspischen Meeres zählen (alphabetisch sortiert):
- Aras
- Atrak
- Emba
- Kura
- Sepid Roud
- Terek
- Ural
- Wolga

Völkerrechtlicher Status

Der internationale Status des Kaspischen Meeres ist bis heute nicht endgültig geklärt. Deshalb wurde von den Anrainerstaaten des Binnenmeeres, Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan, 1992 die Kooperationsgemeinschaft Kaspischer Staaten gegründet. Ziel ist ein Abkommen zum Schutze und zur Nutzung des Kaspischen Meeres.

Geschichte

Vor diesem Schritt gab es nur zwei gültige Verträge aus den Jahren 1921 und 1940 zwischen dem Iran und der Sowjetunion zur Regelung der Schifffahrt und der Fischerei. In ihnen wurde das Kaspische Meer als Binnengewässer mit dem Recht der gemeinsamen Nutzung definiert.

Forderungen

Die neuen Anrainer Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan sehen darin eine Benachteiligung für sich und möchten, dass das kaspische Meer behandelt wird wie ein internationales Gewässer. Hintergrund dieser Forderungen sind vor allem die Förderrechte für Erdöl und Erdgas. Die Erdölmengen werden auf ein Gesamtvolumen von 10-25 Milliarden Tonnen geschätzt.

Mögliche Lösungen

Käme es zu dem Status, den Moskau und Teheran favorisieren, würde das eine Aufteilung der Bodenschätze unter den Anrainern zu gleichen Teilen kommen. Käme jedoch das internationale Seerechtsabkommen von 1994 zum Einsatz, hätte jeder Anrainer das alleinige Recht der Ausbeutung seiner Zone. Unterstützung finden die drei neuen Anrainerstaaten durch die westlichen Staaten und deren Mineralölkonzerne, die keine Beteiligung Russlands oder des Irans möchten. Die Staaten konnten sich bis heute noch nicht einigen. Bei der Erschließung neuer Erdölfelder sind sich mittlerweile die neuen Staaten auch nicht mehr einig.

Häfen und Städte


- Aktau (Kasachstan)
- Astrachan (Russland)
- Atyrau (Kasachstan)
- Baku (Aserbaidschan)
- Babolsar (Iran)
- Bandar Anzali (Iran)
- Noshahr (Iran)
- Bandar e Torkaman (Iran)
- Astara (Iran)
- Türkmenbaşy (Stadt) (Turkmenistan)
- Machatschkala (Russland) Siehe auch: Rechtsstreit um das Kaspische Meer, Innereurasische Grenze Kategorie:See in Asien Kategorie:Senke ja:カスピ海 ko:카스피 해

Schwarze Meer

Das Schwarze Meer, das bis 2.244 m tief und etwa 424.000 km² groß ist, ist ein Nebenmeer des östlichen Europäischen Mittelmeeres zwischen Europa und Asien.

Geographie

Das Schwarze Meer liegt auf der der südlichen Innereurasischen Grenze zwischen Kleinasien und Südosteuropa/Osteuropa und grenzt an folgende Staaten: Türkei, Bulgarien, Rumänien, die Ukraine, Russland und Georgien.

Namensdeutung/-gebung

Die moderne Namensgebung rührt aus dem Türkischen her: auf türkisch heißt das Schwarze Meer 'Kara Deniz' (= schwarzes Meer), während das Mittelmeer 'Ak Deniz' (= weißes Meer) heißt. Die Farben 'schwarz' und 'weiß' bezeichnen in der alten türkischen Tradition Himmelrichtungen; ursprünglich Westen und Osten. Vielleicht unter dem Einfluß des Arabischen – das es wiederum vom Persischen übernommen haben könnte – nahmen diese Farben die Bedeutung 'nördlich' beziehungsweise 'südlich' an, so dass die Namen 'Kara Deniz' und 'Ak Deniz' einfach 'Nordsee' und 'Südsee' - bezüglich der Türkei - bedeuten. Der Name 'Schwarzes Meer' hat sich im Laufe des 17. bis 18. Jahrhunderts über die französische Übersetzung (Mer Noire) in Europa verbreitet und durchgesetzt. Die alte griechische Bezeichnung war Pontos Euxeinos (gastfreundliches Meer); dies war eine unheilabwehrende oder euphemistische Umformung von älterem Pontos Axeinos (unfreundlichem Meer). Wegen der Stürme kam es den Griechen als besonders gastunfreundlich vor. In Wirklichkeit stammt das griechische axeinos mutmaßlich aus dem Iranischen
- axšaina- "schwarz". Dieser Name ist erst in einem mittelpersischen Text (9. Jh. n.Chr.) in der Form Xašēn belegt, aber er muss schon vor dem 7. Jahrhundert v. Chr. geläufig gewesen sein, als die Griechen das Schwarze Meer kolonisierten. Auch die Bezeichnung des Roten Meeres, Erythrē Thalassa, gehört diesem System an und bedeutet 'südliches Meer'. Bei Herodot bezeichnet das Wort das südliche Meer, d.h. den Indischen Ozean einschließlich des Persischen Golfs und des Roten Meeres.

Entstehung

Roten Meeres Das schwarze Meer bildete sich als ein Relikt der Parathetys, aus der auch das Kaspische Meer und der Aralsee hervorgingen. Durch hohe Frischwassereinträge durch die großen Flusssysteme (Donau, Djnest) etablierte sich ein stabiles limnisches System. Vermutlich kam es infolge einer globalen Transgression vor ca. 9000 Jahren zu einem Zustrom von hoch salinarem Wasser durch den Bosporus in das Schwarze Meer. Spekulation bleibt bislang, ob dieser Einbruch katastrophal stattfand und mit der biblischen Sintflut in Verbindung gebracht werden kann. Archäologische Funde deuten auf ein schnelles Verlassen von Siedlungen hin, aus dem damals dicht besiedelten Gebiet. Der Bosporus stellt seitdem die einzige Verbindung zum Mittelmeer dar, hat eine Breite von 0,76 – 3,6 km und ist an seiner flachsten Stelle lediglich 32-34 m tief.

Salinität

Es hat in der oberen Wasserschicht einen (relativ niedrigen) Salzgehalt von etwa 17 Promille. In den tieferen Schichten des Meeres, unter etwa 150 Metern, ist der Salzgehalt wesentlich höher. Der salinare Zufluss aus dem Mittelmeer (38-39 ‰) beträgt etwa 300 km³/Jahr und der Oberflächenabfluss von weniger salinarem Wasser aus dem Schwarzen Meer etwa 600 km³/Jahr (Oguz et al., 2000; Ozsoy und Unluata, 1997).

Größte Tiefe

Die tiefste Stelle hat 2.244 Meter, im zentralen Becken beträgt sie etwa 1.830 Meter.

Gewässer

Promille

Benachbarte Meere und Seen


- Atlantischer Ozean-Europäisches Mittelmeer
- Asowsches Meer
- Marmarameer Der größte benachbarte See ist das Kaspische Meer (größter See der Erde).

Wasserstraßen & Flüsse

Über den Bosporus besteht vom Schwarzen Meer eine Verbindung zum Mittelmeer, über die Straße von Kertsch zum Asowschen Meer. Der Bosporus stellt seit etwa 9000 Jahren die einzige Verbindung zum Mittelmeer dar, hat eine Breite von 0,76 bis 3,6 km und ist an seiner flachsten Stelle lediglich 32 bis 34 m tief. Über Wasserstraßen besteht ferner Anschluss über den Don zur Wolga, zum Kaspischen Meer, zur Ostsee und zum Weißen Meer, sowie über die Donau und den Main-Donau-Kanal zur Nordsee. In das Schwarze Meer münden unter anderen diese Flüsse:
- Coruh
- Dnjepr
- Dnjestr
- Don
- Donau
- Enguri / (Inguri)
- Kamchiya
- Kizilirmak
- Rioni
- Sakarya
- Südlicher Bug
- Ropotamo

Inselwelt

Im Schwarzen Meer mit seinen niedrigen und versumpften Gestaden im Norden liegen folgende Inseln, Halbinseln und Eilande: Die Krim-Halbinsel, die das Schwarze vom Asowschen Meer abtrennt, und die Taman-Halbinsel, die auf der östlichen Seite der Straße von Kertsch liegt und durch die M